Über Taekwon-Do

TAEKWON-DO

Lehrmethode Kwon, Jae-Hwa

  • TAE

    Beschreibt bzw. ist das Symbol für alle Fußtechniken

  • KWON

    Heißt direkt übersetzt Faust und steht für alle Handtechniken (Schläge, Stöße sowie Abfangbewegungen mit Armen und Händen.

  • DO

    Wie allen ursprünglichen asiatischen Kampfkünsten, ist die Philosophie des „DO“ (übersetzt mit „der Weg“) die Basis für alles. Darunter versteht man die Erfahrungen, die über den rein sportlichen Aspekt hinausgehen, also Charakterbildung, Willensstärke, Gelassenheit und Selbstvertrauen.

TAE KWON – DO ist die koreanische Kampfkunst der waffenlosen Selbstverteidigung, die sich insbesondere mit hohen Tritten und spektakulären Sprüngen einen Namen gemacht hat.

Doch Taekwon-Do hat weitaus mehr zu bieten: Das Erlernen dieser Kunst dient in erster Linie der Gesunderhaltung und der Persönlichkeitsentfaltung, das ständige Verbessern der körperlichen und geistigen Fähigkeiten ist oberstes Ziel.

Im Idealfall ein Leben lang.

Drei Disziplinen

Das Traditionelle Taekwon-Do gliedert sich in drei Disziplinen:
Hyong (Der Schattenkampf) · Kyek-Pa (Der Bruchtest) · Chayu-Taeryon (Der Freikampf)

HYONG

In alten Zeiten übten die Schüler nicht mit Partnern, aus Sorge, sie zu verletzten. Somit wurden bestimmte Bewegungsabläufe, die Formen koreanisch Hyongs genannt, festgelegt. In den Hyongs kann der übende seine Techniken ohne jedes Abstoppen im Wechsel von Verteidigung und Angriff realistisch üben. Er kämpft dabei gegen einen imaginären Gegner. Besonders wichtig ist dabei die Atmung, deren Kontrolle und deren Perfektion. Sie hilft die Kraft schnell und richtig zu konzentrieren. Sie bewirkt Ausdauer und Spannkraft. Sie ist die Lebensenergie für Geist und Körper. Dem Lehrer zeigen die Hyongs, in wie weit der Schüler mit dem Taekwon-Do eins geworden ist, ob er Bewegung, Technik und Sinn begriffen hat, oder sie nur stur anwendet.

KYEK-PA

Das Zerschlagen von Brettern und Steinen ist für den Laien die spektakulärste Disziplin. Der Bruchtest, Kyek Pa, ist daher auch am meisten bekannt. Für den Außenstehenden erscheint deshalb Taekwon-Do fälschlich aus Übungen zum Zerschlagen von Material zu bestehen. In Wirklichkeit aber wird der Bruchtest nie geübt. Nur bei Gurtprüfungen oder Demonstrationen werden anhand des Bruchtests die tatsächliche Wirkung und der Reifungsgrad des Vorführenden demonstriert. Für den Bruchtest reift der Schüler erst im Laufe der Zeit. Vor allem die geistige Einstellung ist ausschlaggebend. Neben perfekter Technik ist ein starker Wille und Selbstvertrauen nötig. Gedanke und Ausführung müssen verschmelzen – es darf niemals ein Zögern geben. Jedes Ziel setzt einen Weg voraus der beharrlich beschritten werden muss. Perfektion aber ist nicht das Ziel sondern der Weg. Der Kyek Pa ist deshalb nie Selbstzweck, sondern der Beweis für jenen Grad der Einheit von Körper und Geist, den der übende an diesem Punkt seines Weges erreicht hat.

CHAYU-TAERYON

Im Freikampf, Chayu-Taeryon genannt, werden all die Erfahrungen, Kenntnisse und Techniken die der übende im „Traditionellen Taekwon-Do“ erlernt hat, angewendet. Wichtig dabei ist die genaue Beachtung der Grundregeln und Grundsätze. Hierzu zählt vor allem das Abstoppen der Schläge und Stöße kurz vor dem Ziel.

Nicht die Vernichtungsabsicht ist der Sinn des Kampfes, sondern der reine sportliche Vergleich ohne seinen Mitspieler zu erniedrigen.

Der Kampf ist eine Art menschliche Diskussion. Auf eine Frage, den Angriff, folgt eine Antwort, die Verteidigung. Der Kampf ist also eine Art Schachspiel mit menschlichen Figuren. Nur sehr viel schneller. „Traditionelles Taekwon-Do“ ist ganz ohne Kontakt. Schwer kontrollierbare Techniken wie z.B. Handkantenschläge und Fingerspitzenstöße sind deshalb im Freikampf verboten. Sie sind ausschließlich der Selbstverteidigung vorbehalten. Die Beinarbeit mit hohen Drehkicks ist ein Markenzeichen des „Traditionellen Taekwon-Do“.

SELBSTVERTEIDIGUNG & EIGENSCHUTZ

Die Selbstverteidigung beginnt nicht erst beim Schlag oder Tritt – sie fängt viel früher an. Besonders in der Kampfkunst ist es wichtig, Körper und Geist gleichermaßen zu trainieren.

Die im Training erlangte physische und psychische Stärke, Eigenschaften wie Beobachtungsgabe, körperliche Gewandtheit, sowie intuitive Anwendung erlernter Techniken helfen Situationen richtig zu erkennen und dementsprechend zu handeln.

Man kann sich selbstverständlich durch das „Traditionelle Taekwon-Do“ in einer Notsituation verteidigen, aber „Traditionelles Taekwon-Do“ verfolgt eher das Ziel „siegen ohne zu kämpfen“.

Die aus den Übungen heraus resultierende Körpersprache ist der beste Eigenschutz!

Unterschiedliche Verbände und Organisationen

Taekwon-Do ist in sehr viele Verbände zersplittert; es lassen sich allerdings drei dominante Organisationen identifizieren:

  • Traditional Taekwon-Do Centers (Nachfolger Kwon, Jae-Hwa Taekwon-Do Germany e. V.)
  • ITF (International Taekwon-Do Federation, gegründet im Jahr 1966)
  • WTF (World Taekwondo Federation, gegründet 1973)

Darüber hinaus gibt es viele unabhängige Schulen, die sich mehr oder weniger an die Verbandsstile anlehnen oder sich am „traditionellen“ Taekwon-Do – Stil orientieren, wie er ursprünglich von General Choi Hong Hi in den 1950er und 1960er Jahren entwickelt wurde, so z. B. „Traditionelles Taekwon-Do“ nach Kwon, Jae-Hwa.

Die zwei größten Verbände: ITF und WTF

Die ITF hat ihren Sitz in Wien, nachdem ihr Gründer General Choi Hong Hi († 15. Juni 02) nach Kanada emigrierte und den Sitz der ITF zuerst nach Toronto und dann 1985 nach Wien verlegt hat. Die WTF hat ihren Sitz in Südkorea, der Gründer ist Kim Un-Yong. Sie wurde 1973, als Reaktion auf die Emigration von General Choi und die parallel stattfindende Verlegung der ITF-Zentrale gegründet. Begründung dafür war, dass Taekwon-Do als koreanischer Nationalsport seinen Zentralsitz unbedingt in Korea haben sollte. Unter dem Dach der WTF findet das olympische Taekwon-Do statt, d.h. man kann nur an den olympischen Spielen teilnehmen, wenn man dem WTF angehört.

Stilunterschiede

Aus verbandspolitischen Gründen haben sich im Taekwon-Do verschiedene Stile entwickelt, auch deshalb, weil sich gerade die großen Weltverbände gezielt weiterentwickeln: vor allem die WTF versucht, den Sport durch Vollkontakt Wettkämpfe publikumswirksamer zu gestalten. Demgegenüber setzen die traditionellen Schulen auf das Althergebrachte, Gesunderhaltung von Körper und Geist. Die Philosophie des Taekwon-Do ist nicht die Zerstörung des Gegners, sondern die Persönlichkeitsentfaltung des einzelnen. Die Stile unterscheiden sich jedoch nicht nur in der Art und Weise des Wettkampfes, sondern vor allem auch in den Formenläufen und der Namensgebung der Techniken. Die Techniken selbst sind im Grunde identisch. Hinzu kommt, dass diverse Großmeister den jeweiligen Stil ebenfalls leicht beeinflussen, was dazu führt, dass alle untergeordneten Schulen diesen Stil übernehmen. Dies betrifft vor allem bestimmte Techniken und hier insbesondere den jeweiligen Bewegungsablauf. Einige Großmeister verlangen weiche, fließende Bewegungen, andere kantig-dynamische. Auch die Ausführungsgeschwindigkeit der jeweiligen Technik unterscheidet sich oftmals.

Gymnastik

Funktionelle Gymnastik | Flexibility (Che Jo)

Körperbeherrschung…

Funktionsgymnastische Übungen sind ein wichtiger Bestandteil jeder Trainingseinheit, da die hohe technische Vielfalt des Taekwon-Do erst durch eine hervorragende Körperbeherrschung ermöglicht wird. Diese Übungen stellen den Erhalt und die Verbesserung der körperlichen Leistungsfähigkeit sicher und beugen Verletzungen vor. Ebenso wird dadurch das Koordinationsvermögen und die Flexibilität trainiert, Körperhaltung und Körpergefühl werden wesentlich verbessert.

…und die side-effects

Darüber hinaus hat die Gymnastik aber noch weitergehende Auswirkungen, denn sie fördert das allgemeine Wohlbefinden und die Gesundheit. Sie ist somit die Grundlage für einen widerstandsfähigen und flexiblen Körper auch im Alter. Zuletzt steigert die Gymnastik die Sicherheit des einzelnen: So sinkt das Verletzungsrisiko im täglichen Leben, z.B. bei Stürzen, nachdem man gelernt hat, sich natürlich zu bewegen

GESCHICHTE

GESCHICHTE | Die Herkunft des Taekwon-Do

4000 Jahre Kampfkunst auf einen Blick:4000-Jahre-Kampfsport

Taekwon-Do ist eine relativ junge Kampfkunst aus Südkorea, die erst 1955 offiziell ins Leben gerufen wurde. Ihre Wurzeln des Taekwon-Do reichen jedoch weit in die Vergangenheit von Korea, Japan und China zurück. Um die Entstehung des Taekwon-Do zu beschreiben, muss man sich etwas mit der Geschichte Koreas beschäftigen.
In den ersten nachchristlichen Jahrhunderten war das Gebiet des heutigen Korea in drei Königreiche aufgeteilt: Koguryo im Norden, Baek Je im Südwesten und Silla im Südosten, wobei Koguryo flächenmäßig bei weitem das größte war.

KoguryoDamalige Königreiche in Korea:

  1. Koguryo (37 B.C. – 668 A.D.)
  2. Baek je (18 B.C. – 600 A.D.)
  3. Silla (57 B.C. – 936 A.D.)

Dies führte dazu, dass die beiden südlichen Länder Baek Je und Silla in ständiger Wachsamkeit gegen die militärische und wirtschaftliche Bedrohung aus dem Norden lebten. Vor allem für Silla wirkte sich dies insofern positiv aus, als die eigene Kraft und Stärke in jeder Beziehung erhalten und verbessert werden musste. Man erkannte hier, dass eine geistige Überlegenheit die Grundlage für das Widerstandsvermögen gegen den Norden war, und so entwickelte man vielerlei Systeme, die die geistige Substanz des Volkes nährten und verbesserten. Zu diesem Zweck wurde unter anderem im 6. Jahrhundert n. Chr. von dem König Chin-Hung das Hwarang-Do gegründet, eine Organisation, in der die talentierte Jugend der damaligen Zeit aufgenommen und im Ideengut des Zen unterrichtet wurde.

Dieses Ideengut wendete man auf verschiedene Künste, Wissenschaften und die Selbstverteidigung an. Damit war der Grundstein für die Entstehung des Taekwon-Do gegeben. Für die Hwarang-Do-Bewegung resultierte aus dem Gedankengut des Zen eine unüberwindbare Stärke, die schließlich zu einer friedlichen Vereinigung der drei Königreiche unter der Leitung Sillas führte.

Uhrzeitliche TafelIn der folgenden Silla-Dynastie wurde Soo Bak und Taek Gyeon zur nationalen Kriegskunst erklärt, in der jährlich Wettkämpfe ausgetragen wurden, um den besten Kämpfer zu ermitteln. Der Wettkampfsieger erhielt einen bedeutenden Posten in der Regierung. Auch während der Koryo-Dynastie (935 – 1392 n. Chr.) erfreuten sich die kriegerischen Künste großer Beliebtheit. Somit wurde das Taek Gyeon fast 800 Jahre lang weitergepflegt und perfektioniert. In der folgenden Yi-Dynastie (1393 – 1910 n. Chr.) wurde jedoch alles, was mit dem Militär zu tun hatte, abgewertet.

Da aber der äußere Anlass der Auseinandersetzung mit den Nachbarstaaten im Laufe der Zeit verschwand, erlahmte die schöpferische Kraft des Volkes, und die Entwicklung des Do stagnierte. Als im 14. Jahrhundert die Lee-Dynastie folgte, wurde das Taek Gyeon nur noch von kleinen Gruppen am Leben erhalten.

Im Jahr 1910 erfolgte die Besetzung Koreas durch japanische Truppen, und Taek Gyeon wurde in seiner öffentlichen Ausübung verboten. Damit war aber der äußere Anlass, der das Taek Gyeon zu seiner einstigen Blüte geführt hatte, wieder gegeben: die Bedrohung von außen.

Gerade das führte dazu, dass das Taek Gyeon von neuem ausgeübt und gepflegt wurde und auch diese schlimme Zeit ohne Schaden überstand. Nach der Niederlage der Japaner 1945 war das Interesse vorhanden, das Taek Gyeon der Öffentlichkeit zugänglich zu machen, und es erfolgte schnell eine allgemeine Verbreitung. In dieser Zeit entstand eine Bewegung unter der Führung von General Choi, Hong Hi mit der Aufgabe, das Taek Gyeon neu zu ordnen und eine umfassende äußere Organisation zu entwerfen.

Im Rahmen dieser Neuordnung änderte er auch unter Mithilfe eines Komitees, dem bedeutende Persönlichkeiten Koreas angehörten, den Namen des Taek Gyeon in Taekwon-Do, was soviel wie „der Weg des Fußes und der Hand“ heißt. Zwischen 1950-1953 entwickelten die Meister Südkoreas unter Leitung von General Choi Hong Hi einen neuen Kampfsport nach dem japanischen Modell. Taekwon-Do vereinte die verschiedenen bestehenden Stilrichtungen.

1955 führte dann General Choi Hong Hi im Auftrag der südkoreanischen Regierung Taekwon-Do als Nationalsport ein. Die Disziplin wurde schnell zum koreanischen Volkssport und als Pflichtfach auch an allen Militärakademien und Polizeischulen des Landes gelehrt. Ein Graduierungssystem (Dan Gup Jedo) wird gegründet und Regeln für den Wettkampf erstellt und 1961 wird General Choi Hong Hi der erste Präsident der Korean Taekwon-Do Association (KTA). 1965 brach eine Abordnung höchster Danträger von Korea auf, um das Taekwon-Do in der ganzen Welt zu verbreiten. Seit dieser Zeit wird diese koreanische Kampfkunst auch in Europa unterrichtet. In der deutschen Delegation von Choi Hong Hi war übrigens auch Großmeister Kwon, Jae-Hwa.

GESUNDHEITSASPEKTE

SPORT, FITNESS & GESUNDHEIT | Wissenswertes

Taekwon-Do aus der Sicht eines Orthopäden – Dr. Ralf Aman, Universitätsklinik Jena Eisenberg, 18.08.1998

„Traditionelles Taekwon-Do“ ist ein idealer Gesundheitssport. Eine fachorthopädische, sportmedizinische Analyse von Dr. med. R.J. Aman, Facharzt für Orthopädie, Chirotherapie, Sportmedizin belegt dies.

Aus orthopädischer und sportmedizinischer Sicht ist „Traditionelles Taekwon-Do“ eine Sportart mit außerordentlich hohen gesundheitsfördernden Effekten.

Die wesentlichen Ursachen für die außergewöhnlich positiven Auswirkungen des „Traditionelles Taekwon-Do“ auf Körper und Geist bestehen in folgenden Aspekten:

  • Ausgewogenheit und enorme Vielfalt
  • gleichermaßen trainiert werden: Ausdauer, Kraft, Schnelligkeit, Beweglichkeit, Gewandtheit, Koordination
  • Haltungs- und chronischen Schäden am Bewegungsapparat wird wirkungsvoll vorgebeugt
  • präventive und umfangreiche Gymnastik, Körperkrafttraining und Haltungsschulung
  • außergewöhnlich niedriges Verletzungsrisiko, da alle Techniken ohne Körperkontakt ausgeführt werden
  • enorme Körperkontrolle und –Koordination
  • allgemeine Fitness
  • selbst beim Bruchtest, der zur Überprüfung der Techniken dient, treten trotz extremster Techniken sehr selten Verletzungen auf – ein Beweis für die hohe Qualität der Ausbildung
  • oberste Gebot beim „Traditionelles Taekwon-Do“ ist Gesunderhaltung von Körper und Geist
  • enge Verflechtung von mentaler und körperlicher Schulung, wie Konzentration, Selbstvertrauen, Mut, Ausdauer, Willenskraft und Disziplin
  • durch die moralisch-ethischen Grundregeln des Taekwon-Do werden charakterliche Eigenschaften gefördert wie Gemeinschaftsgefühl, Hilfsbereitschaft, Freundlichkeit, Respekt und Bescheidenheit.
  • Zusammenfassend bietet „Traditionelles Taekwon-Do“ aus sportmedizinischer Sicht eine hervorragende Möglichkeit zum Training aller körperlichen Hauptbelastungsformen, bei niedrigem Verletzungsrisiko.

Ebenfalls bietet es einen ganzheitlichen Ansatz indem Körper und Geist trainiert werden und damit die Möglichkeit besteht, eine einzigartige Harmonie zu erreichen, was sich sowohl auf die körperliche Fitness als auch auf die Psyche und das Allgemeinbefinden positiv auswirkt.

Es resultiert zusätzlich eine gesündere Lebensweise gekoppelt mit einer höheren Belastbarkeit in Beruf und Alltag und geringerer Anfälligkeit für Gesundheitsstörungen.

TUGENDEN – KODEX

Unsere Tugenden – Kodex | Wissenswertes

Die sogenannten „Taekwon-Do Tugenden“ sind dem Kriegerkodex der Hwarang im Korea des 7. Jahrhunderts entlehnt. Diese waren Loyalität gegenüber dem König und den Eltern, respektvoller Umgang auch dem Feind gegenüber, kein Zurückweichen in der Schlacht, kein willkürliches Töten. Diese Verhaltensregeln wurden -angepasst an die heutige Zeit- auf das Taekwon-Do übertragen:

  • Höflichkeit - Ye Ui

    Höflichkeit bedeutet in erster Linie, Rücksicht auf seine Mitmenschen zu nehmen. Von einem Taekwon-Do Schüler werden gute Umgangsformen und ein freundliches und respektvolles Auftreten erwartet.

    Im Dojang bedeutet dies: Eine Verbeugung, bevor man die Trainingsfläche betritt. Den Lehrer und die anderen Schüler begrüßen. Zuhören, wenn der Lehrer spricht. Ranghöhere und Ältere respektieren.

    Die Höflichkeit sollte man übrigens auch außerhalb des Dojang nicht missen lassen.

  • Bescheidenheit - Gyum Sohn

    Eng mit der Höflichkeit ist die Tugend der Bescheidenheit verbunden. Gewonnene Fähigkeiten und Erkenntnisse dürfen niemals arrogant zur Schau gestellt werden!  Wenn wir Taekwon-Do öffentlich vorführen, muss dies immer im angemessenen Rahmen geschehen und darf nicht prahlerisch wirken. Es muss zu erkennen sein, dass wir nicht uns als Person vorführen wollen sondern die Kunst. Nur auf diese Weise erhält das Taekwon-Do auch die Anerkennung, die es verdient. Ebenso verhält es sich mit der Arbeit eines Meisters und Lehrers: den dauerhaften Respekt seiner Schüler erlangt er nur mit Demut und Bescheidenheit seinen eigenen Leistungen gegenüber. Wahre Bescheidenheit erfordert Selbstvertrauen, Selbstkontrolle und ein gutes Maß an realistischer Selbsteinschätzung.

  • Integrität - Yom Chi

    Allgemein lässt sich Integrität mit dem Streben beschreiben, stets das richtige tun zu wollen, also rechtschaffen zu sein. Dazu gehört insbesondere, zu seinen Worten zu stehen und das zu tun, was man zuvor angekündigt oder versprochen hat. Integrität bedeutet, sich selbst und anderen gegenüber aufrichtig zu sein.

    Bleibe ehrlich und realistisch und damit authentisch!

    im Dojang bedeutet dies: wenn 20 Liegestütze die Aufgabe sind, nicht nach 18 Stück aufhören, damit man als erster fertig ist oder um Kraft zu sparen. Oder nicht zu Vorführungen, Lehrgängen und Trainings zu erscheinen, obwohl man es versprochen hat.

  • Selbstkontrolle - Guk Gi

    Selbstkontrolle bezieht sich beim Taekwon-Do nicht nur auf das Beherrschen des  Körpers sondern vor allem auf das Beherrschen des Geistes, der Emotionen und damit des eigenen Verhaltens. Diese Tugend erfordert Jahre der Übung, sehr viel Disziplin und ein hohes Maß an Selbsterkenntnis. Sie ist das wichtigste aller Prinzipien.

    Nur wer sich selbst kontrollieren kann, vor allem in Grenzsituationen wie Wut oder Frustration, findet den Weg zur Meisterschaft im Taekwon-Do. Der Verlust der Kontrolle in einem einzigen Moment unseres Leben kann alles zunichte machen, was wir bis dahin aufgebaut haben.

    Das Taekwon-Do Training hilft uns dabei, gelassener zu werden. Schüler, die mit einem Kopf voller Probleme in den Unterreicht kommen, stellen oft fest, dass sie nach der Übungseinheit einige Probleme anders wahrnehmen können. Sie haben im Training Spannung abbauen und abschalten können, was dazu führt, das man die Dinge „entspannter“ wahrnimmt und so einer überlegteren Lösung zuführen kann. Es kann sogar vorkommen, dass sich manche Probleme und schlechte Gedanken nach dem Training sprichwörtlich in Luft aufgelöst haben.

    „Einfach mal eine Stunde über etwas trainieren!“

    ist die Alternative des Taekwon-Do Übenden zum „eine Nacht über etwas schlafen“.

    Die Eigenschaft der Selbstkontrolle ist das Wesensmerkmal, dass unser Umfeld im täglichen Leben sehr an uns zu schätzen weiß. Taekwon-Do Übenden wird oft eine große Ausgeglichenheit nachgesagt, ein natürliche Folge praktizierter Selbstkontrolle und Disziplin.

  • Beharrlichkeit - In Nae

    Große, erstrebenswerte Dinge lassen sich nicht mit einem Fingerschnippen erreichen. Oft ist es ein langer Weg, der nur mit großer Anstrengung und hohem Aufwand gemeistert werden kann. Dies gilt vor allem, wenn man eine Kunst wie das Taekwon-Do erlernen will. Das Weitermachen, das Dabeibleiben, selbst bei Mißerfolgen und Rückschlägen, ist auch hier das Geheimnis des Erfolgs. Alle heutigen Meistern mussten sich auf ihrem Weg dieser Tugend würdig erweisen. Dabei soll die Beharrlichkeit im Training nur als ein Beispiel für das ganze Leben dienen und auf dessen Herausforderungen vorbereiten.

  • Unbezwingbarer Wille - Baekjul Boolgool

    Ein Taekwon-Do Übender sollte sich nie von anderen beherrschen oder kontrollieren lassen. In keinem Fall darf er seinen Geist brechen lassen. Diese Tugend ist eine logische Konsequenz der vorgenannten Selbstkontrolle. Nur uns selbst dürfen wir erlauben, unser Leben zu bestimmen, nach unseren Vorstellungen und Idealen. Kein anderer Mensch hat das Recht, über uns zu verfügen, vor allem nicht in moralischer oder geistiger Hinsicht. Die Treue sich selbst gegenüber, die Unnachgiebigkeit in den Dingen, an die wir glauben, die Beharrlichkeit, wie wir unsere Ziele verfolgen, all das macht den unbeugsamen Willen aus. Geradlinigkeit. Authentizität. Gleichwohl sollte man aber auch bereit sein, gelegentlich die eigenen Einstellungen zu überprüfen und gegebenenfalls zu überdenken. Ebenso sollte man sich auch immer einem klärenden Gespräch öffnen können. Nur so ist es möglich, eigene Fehler zu erkennen und sich als Mensch weiterzuentwickeln. Ein starker Wille darf nicht zu Starrsinn führen.

    Das Taekwon-Do Training hilft uns dabei, unseren Willen zu festigen. Das ständige Überwinden von Grenzen und Schwierigkeiten, die Beharrlichkeit im Verfolgen unserer Ziele im Training bereitet unseren Geist für die schwierigen Situationen im Leben vor, in denen man sich „durchbeissen“ muss. Niemals aufgeben!

    „Never, never quit!“ -Taekwon-Do Großmeister Kwon, Jae-Hwa

    Besonders wenn der Weg im Leben schwer wird und die Herausforderungen kaum mehr zu stemmen sind, mag man versucht sein, die eigenen Ideale über Bord zu werfen. Gerade in Momenten voll Selbstzweifel und Angst können andere Menschen leicht über unseren Geist Einfluss gewinnen. Gerade dann ist diese Tugend (über)lebenswichtig. Und nur in diesen Situationen zeigt sich, wer sie hat.

    „When the going gets tough, the tough get going!“ -Billy Ocean (Sänger, 1985)

BEWEGUNGS-PHILOSOPHIE

PHILOSOPHIE IN BEWEGUNG

Das Taekwon-Do Training gründet sich auf der Idee, durch richtige Bewegung den Körper und die inneren Organe zu stärken:

Der Legende nach kam Bodhidharma, ein indischer Mönch ca. 527 n. Chr. in das chinesische Shaolin Kloster, um dort Meditation zu lehren. Die Mönche hatten ein gutes Herz und waren Willens, dem Weg der Erleuchtung zu folgen. Sie waren jedoch schwach und körperlich in schlechter Verfassung. Als er dies sah, lehrte er sie drei ihm bekannte Übungsreihen. Nachdem die Mönche diese Übungen dann in ihren Tagesablauf integriert hatten, erstarkten sie und konnten sich dadurch umso intensiver ihren Studien widmen.

„Wer sich falsch oder zu wenig bewegt, schwächt seinen Körper und erkrankt“ – diese Erkenntnis ist tief im asiatischen Gedankengut verwurzelt. Davon ausgehend wurden verschiedene Bewegungsarten entwickelt, sich richtig zu bewegen, richtig zu atmen und geistig beweglich zu bleiben. Eines dieser Systeme ist das traditionelle Taekwon-Do.

Eine Stärke der koreanischen Bewegungslehre Taekwon-Do ist zweifelsohne die große Flexibilität beim Üben mit einer schier unerschöpflichen Bewegungsvielfalt. Damit soll es jedem jederzeit und überall möglich sein, unabhängig von Alter und Kondition seinen Gesundheitszustand verbessern und dadurch mehr Lebensfreude gewinnen. Dazu braucht es keine besondere Ausrüstung. Das bewusste Üben, also die geistige und körperliche Bewegung, ist ein mächtiges Instrument zur Aufrechterhaltung der Lebensenergie und der Gesundheit. Die Grundidee ist, durch Bewegung Körper und Geist in Einklang zu bringen. In diesem Zustand ist der Mensch zu höchsten Leistungen fähig.

HÄUFIG GESTELLTE FRAGEN | FAQ

  • Was ist Taekwon-Do?

    Taekwon-Do bedeutet soviel wie die „Kunst des Faust und Fußkampfes“ und ist die koreanische Form der waffenlosen Selbstverteidigung.
    Taekwon-Do bietet ein absolut ausgewogenes Training aus Gymnastik, Koordinations- und Konzentrationsübungen.
    Traditionelles Taekwon-Do fördert die Gesundheit und Leistungsfähigkeit. Es kann bis ins hohe Alter betrieben werden, wodurch Beweglichkeit, Kraft und Ausdauer erhalten bleiben.

  • Unterschiede "Traditionelles Taekwon-Do" - "Wettkampf Taekwon-Do"?

    Die Philosophie des „Traditionellen Taekwon-Do“ ist nicht die Zerstörung des Gegners, sondern die Persönlichkeitsentfaltung des Einzelnen. Stöße, Tritte und Schläge werden auf Grund der hohen Verletzungsgefahr zum Schutz des Partners zielbewusst und kontrolliert abgestoppt. Es fördert die Gesundheit und Leistungsfähigkeit und kann bis ins hohe Alter betrieben werden, wodurch Beweglichkeit, Kraft und Ausdauer erhalten bleiben.

    Das Traditionelle Taekwon-Do gliedert sich in drei Disziplinen:

    Hyong (Der Schattenkampf)
    Kyek-Pa (Der Bruchtest)
    Chayu-Taeryon (Der Freikampf)

    Im modernen, reinen Wettkampf Taekwon-Do, ist das wichtigste Ziel die schnelle Ausschaltung des Gegners, was ein Reduzieren der Bewegungsvielfalt auf wenige, effektive Techniken zur Folge hat.

  • Brauche ich für die Ausübung dieser Sportart gewisse Fähigkeiten?

    Nein. In unserer Schule betreiben wir Traditionelles Taekwon-Do. Im Traditionellen Taekwon-Do steht der Wettkampfsport nicht im Vordergrund. Aus diesem Grunde kann jeder Mensch, egal welchen Alters oder körperlicher Voraussetzungen mit Taekwon-Do anfangen. Im Vordergrund steht hauptsächlich der gesundheitliche Gedanke, d. h. seinen Körper optimal zu trainieren.

  • Brauche ich für die Ausübung dieser Sportart eine spezielle Ausrüstung?

    Außer einem Taekwon-Do Anzug brauchen Sie keine weitere Bekleidung oder Ausrüstung.

  • Wie ist das mit der Selbstverteidigung?

    Es ist polizeistatistisch erwiesen, dass Menschen mit einem sicheren und selbstbewussten Auftreten wesentlich weniger angegriffen werden als solche, die schon alleine durch ihre Körperhaltung und ihr Auftreten ein potentielles Opfer darstellen.
    Natürlich ist dies kein 100%iger Schutz und für diese Fälle ist der Trainingsaufbau so gestaltet, dass einfache Block-, Abwehr- und Verteidigungsübungen in jedem Training geübt werden. Mit diesen einfachen Techniken ist man relativ schnell in der Lage, einen Gegner abzuwehren.

  • Wie oft muss ich trainieren, damit mir Taekwon-Do etwas bringt?

    2 Tage in der Woche wäre optimal. Wie Sie aus unserem Trainingsplan entnehmen können, bieten wir täglich mehrere Trainingsstunden und dies von Montag bis Sonntag.

  • Wie sieht denn in der Regel ein Training aus?

    Der Unterricht wird generell auf die jeweilige Gruppe abgestimmt. Neben den Sportspezifischen Techniken, enthält eine Trainingsstunde einen großen Anteil an Gymnastik-, Koordinations- und Konzentrationsübungen, die vor allem die körperliche Fitness und die Gesundheit stärkt. Trainiert wird in der Gruppe, wobei jeder individuell sein Leistungsniveau bestimmen kann.
    Wenn Sie möchten, können Sie gerne mal zu einem unverbindlichen Probetraining vorbeikommen, dann lernen Sie auch gleich das Umfeld unserer Gruppe kennen. Sie werden feststellen, dass dies Leute sind wie Sie.

  • Wie ist das als Anfänger? Passe ich gleich in die Gruppe?

    Während den ersten Trainingsstunden werden Sie durch einen Trainer persönlich betreut, der Ihnen die ersten Grundübungen beibringt. Nach ca. 3-5 Basiseinweisungen können Sie bereits in der Gruppe mittrainieren. Alle weiteren Aufbauübungen werden Ihnen mit der Zeit im Unterricht oder wie bei den Basiseinweisungen durch einen Trainer beigebracht.

  • Wie ist das im Taekwon-Do gibt es da nicht auch verschiedene Gürtel?

    Das ist richtig. Der Anfänger beginnt als Weißgurt, dann folgt der Gelb-, Grün-, Blau-, Rot- und Schwarzgurt.
    Die Prüfungsanforderungen sind im Wesentlichen vom Alter und der Gürtelfarbe abhängig. Ein Jugendlicher wird selbstverständlich anders als ein Senior geprüft.

  • Wie ist das mit der Meditation. In der Regel wird doch bei solchen Sportarten meditiert?

    Es gibt verschiedene Arten zu meditieren. Während wir uns im Unterricht voll auf die Übungen konzentrieren, verliert man relativ schnell andere negative Gedanken (Stress im Geschäft, Ärger in der Schule usw.). Das ist die Form wie im Taekwon-Do meditiert wird.

  • In was für einem Zeitraum ist es möglich Schwarzgurt zu werden?

    Grundsätzlich kann jeder, der regelmäßig trainiert nach einer gewissen Zeit die Prüfung zum Schwarzgurt ablegen. Wann und wie lange Sie dazu brauchen ist im Wesentlichen vom persönlichen Einsatz abhängig.
    Es gibt Leute die können innerhalb von 3-4 Jahren die Prüfung zum Schwarzgurt ablegen, andere wiederum brauchen 5-6 Jahre und dann gibt es auch Leute die schaffen es gar nicht, weil sie vorher aufgehört haben.

  • Fördert diese Sportart nicht noch mehr die Aggressivität?

    Ganz klar Nein. Aggressivität entsteht in vielen Fällen mangels Selbstbewusstsein und innerer Unausgeglichenheit. Leute, welche in unserer Schule trainieren sind nach einer gewissen Zeit ausgeglichener und selbstbewusster, sie haben nicht das Verlangen ihr Können an Unterlegenen auszuprobieren. Insbesondere Kinder und Jugendliche lernen im Training zu gehorchen und Rücksicht auf andere zu nehmen. Sie lernen sich zu beherrschen, und dass Taekwon-Do wirklich nur im Ernstfall gebraucht werden darf.

    Des Weiteren ist es auch so, dass nicht jeder in unserer Schule genommen wird. Diejenigen welche den Eindruck erwecken, dass sie Taekwon-Do für Schlägereien oder dergleichen ausnützen wollen haben keinen Zutritt zu unserer Schule. Seit 1988 betreibe ich das Taekwon-Do-Center Dreiländereck und noch nie hat es sich ergeben, dass ein sogenanntes „Schwarzes Schaf“ bei uns trainiert hat.

Als ich 1988 das Taekwon-Do-Center Dreiländereck gegründet habe, war mein oberster Grundsatz keine Schläger oder dergleichen auszubilden!

Diesen Grundsatz habe ich bis heute nicht aus den Augen verloren. Die Kontinuität und der Erfolg meiner Sportschule können dies nur bestätigen.

„Auch nach über 35 Jahren finde ich es immer noch faszinierend und eine persönliche Bereicherung, Taekwon-Do zu unterrichten.“ Großmeister Günter Witzig