Der Ausdruck Taekwon-Do setzt sich zusammen aus „Tae“ (Fuß), „Kwon“ (Faust) und „Do“ (der Weg). Frei übersetzt heißt Taekwon-Do so viel wie die Kunst des Fuß- und Faustkampfes und ist die koreanische Kunst der waffenlosen Selbstverteidigung, die durch einen fast zweitausendjährigen Prozess geformt wurde.
Nachfolgend die Grundsätze des "Traditionellen Taekwon-Do":
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Ye Ui |
Höflichkeit |
| Yom Chi |
Integrität |
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In Nae |
Durchhaltevermögen |
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Guk Gi |
Selbstdisziplin |
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Beakjul Boolgool |
Unbezwinglichkeit |
Das
Traditionelle Taekwon-Do gliedert sich in
drei Disziplinen:
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Hyong |
(Der Schattenkampf) |
| Kyek-Pa |
(Der Bruchtest) |
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Chayu-Taeryon |
(Der Freikampf) |
In alten Zeiten übten die Schüler nicht mit Partnern, aus Sorge, sie zu verletzten. Somit wurden bestimmte Bewegungsabläufe, die Formen koreanisch Hyongs genannt, festgelegt. In den Hyongs kann der übende seine Techniken ohne jedes Abstoppen im Wechsel von Verteidigung und Angriff realistisch üben. Er kämpft dabei gegen einen imaginären Gegner. Besonders wichtig ist dabei die Atmung, deren Kontrolle und deren Perfektion. Sie hilft die Kraft schnell und richtig zu konzentrieren. Sie bewirkt Ausdauer und Spannkraft. Sie ist die Lebensenergie für Geist und Körper. Dem Lehrer zeigen die Hyongs, in wie weit der Schüler mit dem Taekwon-Do eins geworden ist, ob er Bewegung, Technik und Sinn begriffen hat, oder sie nur stur anwendet.
Das Zerschlagen von Brettern und Steinen ist für den Laien die spektakulärste Disziplin. Der Bruchtest, Kyek Pa, ist daher auch am meisten bekannt. Für den Außenstehenden erscheint deshalb Taekwon-Do fälschlich aus übungen zum Zerschlagen von Material zu bestehen. In Wirklichkeit aber wird der Bruchtest nie geübt. Nur bei Gurtprüfungen oder Demonstrationen werden anhand des Bruchtests die tatsächliche Wirkung und der Reifungsgrad des Vorführenden demonstriert. Für den Bruchtest reift der Schüler erst im Laufe der Zeit. Vor allem die geistige Einstellung ist ausschlaggebend. Neben perfekter Technik ist ein starker Wille und Selbstvertrauen nötig. Gedanke und Ausführung müssen verschmelzen - es darf niemals ein Zögern geben. Jedes Ziel setzt einen Weg voraus der beharrlich beschritten werden muss. Perfektion aber ist nicht das Ziel sondern der Weg. Der Kyek Pa ist deshalb nie Selbstzweck, sondern der Beweis für jenen Grad der Einheit von Körper und Geist, den der übende an diesem Punkt seines Weges erreicht hat.
Im Freikampf, Chayu-Taeryon genannt, werden all die Erfahrungen, Kenntnisse und Techniken die der übende im "Traditionellen Taekwon-Do" erlernt hat, angewendet. Wichtig dabei ist die genaue Beachtung der Grundregeln und Grundsätze. Hierzu zählt vor allem das Abstoppen der Schläge und Stöße kurz vor dem Ziel.
Nicht die Vernichtungsabsicht ist der Sinn des Kampfes, sondern der reine sportliche Vergleich ohne seinen Mitspieler zu erniedrigen.
Der Kampf ist eine Art menschliche Diskussion. Auf eine Frage, den Angriff, folgt eine Antwort, die Verteidigung. Der Kampf ist also eine Art Schachspiel mit menschlichen Figuren. Nur sehr viel schneller. "Traditionelles Taekwon-Do" ist ganz ohne Kontakt. Schwer kontrollierbare Techniken wie z.B. Handkantenschläge und Fingerspitzenstöße sind deshalb im Freikampf verboten. Sie sind ausschließlich der Selbstverteidigung vorbehalten. Die Beinarbeit mit hohen Drehkicks ist ein Markenzeichen des "Traditionellen Taekwon-Do".
Die Selbstverteidigung bzw. der Eigenschutz resultiert aus den 3 Grundelementen des "Traditionellen Taekwon-Do".
Die im Training erlangte physische und psychische Stärke, Eigenschaften wie Beobachtungsgabe, körperliche Gewandtheit, sowie intuitive Anwendung erlernter Techniken helfen Situationen richtig zu erkennen und dementsprechend zu handeln. Man kann sich zwar durch das "Traditionelle Taekwon-Do" in einer Notsituation verteidigen, aber "Traditionelles Taekwon-Do" verfolgt eher das Ziel "siegen ohne zu kämpfen".
Die aus den übungen heraus resultierende Körpersprache ist der beste Eigenschutz!
Taekwon-Do ist in sehr viele Verbände zersplittert;es lassen sich allerdings drei dominante Organisationen identifizieren:
"Kwon, Jae-Hwa Taekwon-Do Germany e. V." (Gründung 2003) vormals "Kwon, Jae-Hwa Taekwon-Do Federation" (Gründung 1993). In der Zeit zwischen 1965 und 1993 hat Großmeister Kwon Jae-Hwa ohne einen Verband das Taekwon-Do in Europa und USA nach seinen Grundsätzen und Vorstellungen aufgebaut.
ITF (International Taekwon-Do Federation, gegründet im Jahr 1966)
WTF (World Taekwondo Federation, gegründet 1973)
Darüber hinaus gibt es viele unabhängige Schulen, die sich mehr oder weniger an die Verbandsstile anlehnen oder sich am "traditionellen" Taekwon-Do - Stil orientieren, wie er ursprünglich von General Choi Hong Hi in den 1950er und 1960er Jahren entwickelt wurde, so z. B. "Traditionelles Taekwon-Do" nach Kwon, Jae-Hwa.
Die ITF hat ihren Sitz in Wien, nachdem ihr Gründer General Choi Hong Hi († 15. Juni 02) nach Kanada emigrierte und den Sitz der ITF zuerst nach Toronto und dann 1985 nach Wien verlegt hat. Die WTF hat ihren Sitz in Südkorea, der Gründer ist Kim Un-Yong. Sie wurde 1973, als Reaktion auf die Emigration von General Choi und die parallel stattfindende Verlegung der ITF-Zentrale gegründet. Begründung dafür war, dass Taekwon-Do als koreanischer Nationalsport seinen Zentralsitz unbedingt in Korea haben sollte. Unter dem Dach der WTF findet das olympische Taekwon-Do statt, d.h. man kann nur an den olympischen Spielen teilnehmen, wenn man dem WTF angehört.
Aus verbandspolitischen Gründen haben sich im Taekwon-Do verschiedene Stile entwickelt, auch deshalb, weil sich gerade die großen Weltverbände gezielt weiterentwickeln: vor allem die WTF versucht, den Sport durch Vollkontakt Wettkämpfe publikumswirksamer zu gestalten. Demgegenüber setzen die traditionellen Schulen auf das Althergebrachte, Gesunderhaltung von Körper und Geist. Die Philosophie des Taekwon-Do ist nicht die Zerstörung des Gegners, sondern die Persönlichkeitsentfaltung des einzelnen. Die Stile unterscheiden sich jedoch nicht nur in der Art und Weise des Wettkampfes, sondern vor allem auch in den Formenläufen und der Namensgebung der Techniken. Die Techniken selbst sind im Grunde identisch. Hinzu kommt, dass diverse Großmeister den jeweiligen Stil ebenfalls leicht beeinflussen, was dazu führt, dass alle untergeordneten Schulen diesen Stil übernehmen. Dies betrifft vor allem bestimmte Techniken und hier insbesondere den jeweiligen Bewegungsablauf. Einige Großmeister verlangen weiche, fließende Bewegungen, andere kantig-dynamische. Auch die Ausführungsgeschwindigkeit der jeweiligen Technik unterscheidet sich oftmals.